Mein Kopf ist so voll
Von dir und dir und dir und dir
So viel Du – so wenig ich

Du rufst mich an –
Dabei doch so stumm
Du schweigst, siehst mich nicht an,
wenn es in dir so heftig schreit

Du jammerst und stehst...
Wann bewegst du dich?!
Du willst, ohne zu geben
Wann lass ich bloß los! 

Mein Kopf ist so voll
Von dir und dir und dir und dir
So viel Du – so wenig ich

Du bist so laut, –
hörst du dich flüstern?
Du bist so weit von Dir 
– nah ist viel zu bedrohlich im Hier

Du bist mir nah, 
wie kaum kann
Du rührst mich an, 
mehr kaum kann

Mein Kopf ist so voll
Von dir und dir und dir und dir
So viel Du – so wenig ich

Du wiegst so schwer, 
wie mach ich’s nur leichter?
Dich mag ich gut riechen, 
warum sollte ich dann gehen!

Du kennst fast nur sollen, 
so gar kein wollen!
Dich will ich nur retten, 
jede Wette bestehen.

Mein Kopf ist so voll
Von dir und dir und dir und dir
So viel Du – so wenig ich

Und Du bist nicht eins, 
du bist viele mehr
Und vor lauter Du 
find’ ich mein Ich nicht mehr.

Keiner hat’s mir gesagt, 
Mich nie gezwungen
Es hat nur von Anfang an
in meinem Herzen geklungen

Mein Kopf ist so voll
Von dir und dir und dir und dir
So viel Du – so wenig ich

Und doch holt mich die Angst 
fast täglich heim,
Du könntest sterben und lässt dich sowieso, 
aber auch mich allein.

Du hätt’st sicher das Band
– spät, aber erkannt,
was so feste geknüpft,
um alles in der Welt einfach umgestrickt.

Das war uns verwehrt, 
aber spürbar war’s doch
den Rest muss ich lösen, 
ich arbeite noch.

Mein Kopf ist so voll
Von dir und dir und dir und dir
So viel Du – so wenig ich

Ich kann’s nicht mehr tragen, 
noch euch lassen
hab wieder Angst, 
euch zu verjagen.

Die Lösung hab’ ich im Sinn,
sicher gibt’s viele mehr,
aber ich krieg’s einfach
wieder nicht hin.

Und sag’ ich das so
Könnt’ ich völlig versinken
In einen Boden
Den es nicht gibt.

Denn es ist ein Sog, 
der zieht –
bis ich ganz verschwind’
und niemand mich sieht.

Mein Kopf ist so voll
Von dir und dir und dir und dir
So viel Du – so wenig ich

Und sprech ich's laut aus
die Not in mir
dann ist da die Scham
und es fängt wieder an.

So spricht ein Kind,
so spricht keine Frau,
aber Du: nimm dein Kind an die Hand
und knüpf’ Euer Band

Ich will noch nicht sterben
will lernen mein Ich 
für mich zu werben.

Will Pläne schmieden,
mich zu nähren und zu befrieden,
aber hier auf der Erde
bevor ich sterbe.