zuerst veröffentlicht im Newsletter der Identitätsstifter.com
Leise Worte glühn
tragen Welten in den Tag
Wahre Glücksbringer
Wann haben Sie zuletzt ein Gedicht gelesen – geschweige denn selbst eines verfasst? Man mag es kaum glauben, aber es gibt nicht nur den Welttag der Poesie (am 21. März), sondern auch den Tag der Poesie am Arbeitsplatz – dieses Jahr war er am 13. Januar. An diesem Tag darf man Gedichte während der Arbeitszeit verfassen, so die Idee. Darüber hinaus soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Dichter*innen oft einem Brotberuf nachgingen und -gehen, um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern. Franz Kafka, E. T. A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff. Oder auch Mascha Kaleko, Harper Lee und Toni Morrison – bevor sie berühmt wurden. Nicht zu vergessen die vielen unbekannten und unentdeckten Künstlerinnen und Künstler.
Ich plädiere: Jeder Tag verdient Poesie. Legen Sie sich einen Gedichtband neben Ihr Bett, auf Ihren Schreibtisch oder schauen Sie ins Netz, um täglich eins zu lesen – am besten laut vorlesen. Oder: Sie probieren es mal – wie ich – mit einem der kürzesten Gedichte von Welt, dem traditionellen japanischen Haiku, dem Dreizeiler mit dem klassischen Muster von 5-7-5 Silben. Aber bitte, übergeben Sie die Kreation nicht einer KI, sondern werden Sie selbst schöpferisch. Ich prophezeie: Poesie tut gut – sei sie rezipiert oder selbst formuliert; sie lädt ein in eine Welt voller Überraschungen.